In der Civica Pinacoteca „Il Guercino“ in Cento findet vom 2. Oktober 2026 bis zum 10. Januar 2027 die Ausstellung Marcello Provenzale da Cento. Ein Genie des barocken Mosaiks im Rom der Familie Borghese statt.
Marcello Provenzale hat die Sprache der Mosaikkunst nachhaltig verändert. Ursprünglich als Maler ausgebildet, fand er sein ideales Wirkungsfeld auf den Baustellen des Petersdoms, dem Zentrum der Wiederbelebung der Mosaikkunst zwischen dem 16. und 17. Jahrhundert. Er schmückte die von Michelangelo entworfene Kuppel sowie die Clementina-Kapelle, schuf für Papst Paul V. das Wappen der Borghese im Mittelschiff und restaurierte Giottos berühmte Navicella.
Sein außergewöhnliches Können brachte ihm die Förderung der bedeutendsten römischen Familien ein, allen voran der Borghese.
Den Höhepunkt seines Schaffens bilden jedoch seine außergewöhnlichen Tafelmosaike. Um 1600 entwickelte Provenzale die sogenannte „Filato-Mosaiktechnik“: Glasflüsse wurden zu äußerst feinen Glasstäbchen gezogen, in millimetergroße Stücke geschnitten und so zusammengesetzt, dass weiche Farbübergänge und eine zuvor unvorstellbare Detailgenauigkeit entstanden. Dadurch schuf er Werke, die mit der Malerei konkurrieren konnten und diese in einem wesentlichen Aspekt sogar übertrafen: in der Unvergänglichkeit ihres Materials, das sakrale Darstellungen zu ewigen Objekten der Betrachtung macht.
Zu den in der Ausstellung gezeigten Werken gehört auch ein Gemälde aus der UniCredit Art Collection: Christus im Garten Gethsemane (um 1613-1614) von Giovanni Francesco Barbieri, genannt Guercino.
Die Ausstellung, die auf einer Idee von Cristina Grimaldi Fava basiert, wird von Paolo Di Buono, Direktor des Vatikanischen Mosaikstudios der Fabbrica di San Pietro, und Giovanni Sassu, Direktor der Civica Pinacoteca „Il Guercino“, kuratiert.
Weitere Informationen: https://www.civicapinacotecailguercino.it/eventi/mostre/provenzale/

