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Biografie
Heinrich Hoerle (1895, Köln, Deutschland – 1936, Köln, Deutschland)
Heinrich Hoerle wurde 1895 in Köln geboren und zählt zu den wichtigsten Vertretern der Kölner Progressiven, einer politisch engagierten Kunstbewegung der Neuen Sachlichkeit. Er studierte an der Kölner Kunstgewerbeschule, arbeitete jedoch weitgehend autodidaktisch weiter. Er war eng in die Kölner Dada-Szene eingebunden.
Hoerles Stil entwickelte sich von expressionistischen Einflüssen hin zu einer figurativ‑konstruktivistischen Bildsprache, geprägt von klaren Flächen, geometrischen Strukturen und sozialpolitischen Themen. Er war Mitbegründer der Künstlergruppe „Stupid“ und veröffentlichte 1920 die bedeutende Krüppelmappe, eine grafische Serie über Kriegsversehrte. Ab 1929 war er gemeinsam mit Franz Wilhelm Seiwert Herausgeber der Zeitschrift „a–z“, einem Organ der progressiven Künstlergruppe.
Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten wurde seine Kunst 1933 als „entartet“ diffamiert. In dieser Zeit entstand 1934 das Werk „Blauer Krug“. Es trägt die typischen Merkmale von Hoerle‘s geometrisch-konstruktivistischer Phase.
Besonders bemerkenswert ist die Technik der Enkaustik auf Holz, bei der pigmentiertes Wachs heiß aufgetragen wird. Dieses Verfahren verleiht der Oberfläche eine sichtbare Textur und ein mild glänzendes Relief. Hoerles Interesse an experimentellen bildnerischen Materialien passt gut zu seinem konstruktivistischen Ansatz, bei dem die Materialität selbst Teil der Bildaussage wird.
Hoerle starb bereits 1936 im Alter von 40 Jahren an Tuberkulose in Köln.
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Kunstwerke

